Geschichte des SPD-Ortsvereins Salzwedel

Frühe Jahre

20. Februar 1890 Aufruf des sozialdemokratischen Wahlkreises Salzwedel-Gardelegen zur Reichtstagswahl für den Maurer Carl Schoch
 04. April 1890 Stellungnahme des Zigarrenfabrikanten und späteren Fotografen Otto Ludewig gegen nicht näher bezeichnete Anfeindungen und Vorwürfe gegen die Sozialdemokratie
08. Oktober 1891 Wahl des Schuhmachers Brey aus Hannover zum Delegierten für den Erfurter Parteitag auf einer sozialdemokratischen Versammlung in Uelzen
12. Dezember 1895 Seilermeister David Friedrich wehrt sich mit Nachdruck gegen böswillige Verleumnung der SPD
Januar 1906 Meldungen in der Salzwedler-Gardelegener Nachrichten über die zu erwartende Wahlrechtsversammlung und Demonstrationen
Anfang Januar 1907 Erster Gründungsversuch der SPD in Salzwedel wird durch die Polizei vereitelt
09. Januar 1907 Gründungsversammlung der SPD in Salzwedel in der Scheune des Maurers Berlin
19. Januar 1907 Kandidatur des Sozialdemokraten Großmann für den Reichstag. Er erreichte im Wahlkreis Salzwedel-Stadt den 2.Platz
1908 Bildung von Gewerkschaften, Entstehung des Arbeitergesangsvereins "Frohsinn"
1909 Gründung des Athletik-Clubs Felsenfest und des Arbeiterradfahrvereins "Solidarität"
01. Mai 1910 Erste-Mai-Demonstration ausgehend von dem Parteilokal "Zur Deutschen Eiche" in der Mittelstraße

Etablierung in der Gesellschaft

08. November 1918 Wahl eines Soldatenrates, später eines Bürger- und eines Bauernrates
09. November 1918 Konstituierung eines Arbeiterrates am Tag der Ausrufung der Republik
12. November 1918 Wahl von Vertrauensleuten für den Arbeiterrat durch den Soldatenrat
18. November 1918 Bekanntgabe der Ziele der Revolution auf einer öffentlichen SPD-Versammlung
02. März 1919 Wahl zur Stadtverordnetenversammlung in Salzwedel, die SPD erhielt 9 Sitze
10. Oktober 1922 Fusion von SPD und USPD in Salzwedel
1920 - 1928 Der Sozialdemokrat Wilhelm Dieckmann war Gründer, Geschäftsführer und Vorsitzender der MISPAG (Mieter-, Spar- und Baugenossenschaft)
03. Juni 1924 Proteste der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung über die Vergabe von Lokalräumen
Juni 1926 Die SPD-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung fordert die Senkung der Arbeitszeit und keine Beschäftigung von auswärtigen Arbeitern, solange es noch Arbeitslosigkeit gibt
04. Februar 1927 Beschwerde von Wilhelm Dieckmann, als Kreiswahlleiter des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, über Gastwirte, die die Nutzung ihrer Räume für den Reichsbanner nicht ermöglichen

NS-Zeit und Nachkriegsjahre

1933 - 1945 Die Arbeit der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung ruht, die Salzwedler Sozialdemokratie und der Widerstand gegen den Nationalsozialismus lebte weiter
April 1945 Einsatz des früheren SPD-Mitgliedes Karl Weisner als ersten Bürgermeisters
12. Juni 1945 Tagung des Beiratsgremiums der Stadt Salzwedel das paritätisch aus Vertretern der Sozialdemokratie, der Kommunisten, sowie der christlich und liberalen Demokraten besetzt war
Mai/Juni 1945 Absprache über die Besetzung von Funktionen im Verwaltungsapparat und in der Wirtschaft
Oktober 1945 Erste Großkundgebung der SPD in Salzwedel. Veranstalter war der Ortsverein
September/Oktober 1945 Öffentliche SPD-Versammlung in vielen Gemeinden des Kreises
10. November 1945 Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Unbenennung der verlängerten Karl-Marx-Straße in Wilhelm-Diekmann-Straße
23. März 1946 Vereinigungsparteitag von KPD und SPD in Salzwedel. Durch die Zwangsvereinigung hörte die SPD in Salzwedel, wie im Rest der DDR bis zum Zerfall auf zu existieren

"Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht." - Otto Wels, SPD-Reichtsabgeordneter mit den letzten freien Worten im Reichtstag vor der Machtergreifung der NSDAP.


Fall der Mauer, Wiederanfang in den Wendejahren

Januar 1990

Aufruf zur Gründung der SDP durch Norbert Hundt u.a.

23. Januar 1990

 

Gründungsveranstaltung der SDP in der Comeniusschule, Norbert Hundt wurde der vorläufiger Vorstandsvorsitzende und 2 Wochen später ordentliche Vorstandsvorsitzende des Ortsvereins

06. Februar 1990

 

Wahlversammlung der Basisgruppe Salzwedel-Stadt

14. Februar 1990

Ablehnung der Kooptation der Sozialdemokraten durch die damalige, noch Vorwende – Stadt - Versammlung

06. Mai 1990

Die SPD errang bei den ersten freien Kommunalwahlen 11 von 35 zu vergebenden Sitzen und stellte als stärkste Fraktion 4 Jahre mit Norbert Hundt den ehrenamtlichen Bürgermeister.ax

1990 - 2006 Im Jahr 1990 erringt Karl-Heinz Reck das Mitglieds-Mandat für den ersten Landtag Sachsen-Anhalts nach der deutschen Wiedervereinigung.  1994 – 1998 ist er Kultusminister in der von der PDS tolerierten Minderheitsregierung unter Reinhard Höpp­ner. Er ist bis zum März 2006 Mitglied des Landtages. Dann scheidet er auf eigenen Wunsch nach 16 Jahren am Ende der Legislaturperiode aus. Anfang 2008 beendet er seine politische Arbeit für die SPD und tritt aus persönlichen Motiven aus der SPD aus.

1994 - 2008

Hans-Jürgen Ostermann wird nach hartem Kampf mit dem CDU – Kandidaten zum Landrat gewählt. Nach 14 Jahren in diesem Amt fühlt er sich stark genug für eine weitere Legislaturperiode zur Verfügung zu stehen. Bei Landratswahl 2008 kam er zwar in die Stichwahl, verlor dort aber klar gegen den CDU – Kandidaten.

1994

Bei den Kommunalwahlen bestätigten die Bürger unsere Arbeit und die SPD wurde stärkste Fraktion im Stadtrat

Das neue Jahrtausend

1999 Bei Kommunalwahlen erreichte die SPD 36,28 % und lag damit vor der CDU.
2004 Trotz Bemühung wählten bei der Kommunalwahl weniger Bürger die SPD, 23% war das Ergebnis.
September 2005 SPD´ler Marko Mühlstein erkämpfte bei der Bundestagswahl 2005 das Bundestagsdirektmandat für die Altmark
März 2006 Bei der Landtagwahl verliert der Salzwedler Ortsverein seinen Landtagsmandatsträger.
2007

Feier zum 100-jährigen bestehen des SPD-Ortsvereins. Norbert Hundt kämpf um das Bürgermeisteramt, Hans-Jürgen Ostermann um den Erhalt des Landratsamtes.

2008 Norbert Hundt verliert mit 8,3% klar. Hans-Jürgen Ostermann erreicht die Stichwahl, verliert dort aber klar gegen Michael Ziche (CDU)